Wildobstarboretum Seetal

Zum Wildobst zählen verschiedene uns oft nur vom Wald oder aus Hecken bekannte wilde Fruchtarten. In Mittel- und Westeuropa fand es bis anhin wenig Beachtung. Dabei bietet es vitaminreiche Früchte, die auch unsere Küche geschmacklich bereichern. Im Garten sind sie schönes Gestaltungselement und wertvoller Lebensraum für unsere Tierwelt in einem. Und ihre Produkte sind prädestiniert für den Spezialitätenmarkt.

Diese Raritäten wollen wir erforschen und wieder zugänglich machen.

Das in Schweizer Baumschulen vorhandene Wildobst wurde aufwändig zusammengetragen und in einer 1ha grossen Parzelle in Dürrenäsch/AG ausgepflanzt. Das Wildobstarboretum liegt zwischen der ebenfalls vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) finanziell unterstützten Primär-Obstsortensammlung Stockacker und dem Wald. Damit macht es den Ort zu einem Hotspot der Obstbiodiversität. Und ganz in der Nähe hat der Biobetrieb Gmüeser in Hallwil eine Landwirtschaftszelle mit Wildobst bepflanzt, deren Früchte er zur Herstellung und Vermarktung von feinen Wildobstprodukten nutzt. Nähere Angaben zur Lage, Veranstaltungen oder sonstigen Aktivitäten finden Sie hier.

Mithelfen und anpflanzen
Das Wildobst Arboretum Seetal ist grundlegend für Beratung, Kurse, Führungen und den Aufbau von Sortenwissen rund ums Wildobst. Ein Dokument mit Schlüsselfragen ist für die Beratungsarbeit zentral. Es führt einen dazu, die passenden Wildobstsorten zu finden. Denn die dezentrale Absicherung der vielen Wildobstsorten steht erst am Anfang. Mehr

Pflanzen erhältlich dank Pionierleistung
Die Pflanzen stammen grösstenteils aus der ehemaligen Baumschule von Pavel Beco in Dicken/SG. Ohne ihn und seine Pionierarbeit wäre es nicht möglich gewesen ein Wildobstarboretum in der gewünschten Grössenordnung anzulegen. Auch hat er sich für das Zusammentragen von Sorteninformationen verdient gemacht. Siehe dazu das Inforama Wildobst.

Weitere Infos rund um Wildobst

Steckbrief

Erhaltungsprojekt
2018

Wildobstangebot der Schweiz sammeln und einen Muttergarten anlegen. Verbreitung und Absicherung zusammen mit privaten Sortenerhalter*innen und professionellen Anbietern aufbauen. Beratung und nutzungsangepasste Sortenempfehlungen. Sortenerkenntnisse an Kursen gemeinsam erarbeiten. Dokumentation und Publikation der Sorten.

Durch Spendengelder von ProSpecieRara sowie mit Unterstützung des Nationalen Aktionsplans zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung der pflanzengenetischen Ressourcen für Ernährung und Landwirtschaft (NAP-PGREL), Swisslos-Fonds Aargau, Fonds Landschaft Schweiz FLS und weitere.

Pflanzung von 1300 Pflanzen mit 550 Sorten erfolgt und beschriftet.

Datenbank ProSpecieRara: total 772 Wildobstsorten erfasst, davon 399 ProSpecieRara-würdig, nicht ProSpecieRara-würdig 169, noch nicht beurteilt 204.

Anzahl dokumentierte und im Online-Sortenfinder publizierte Sorten: 108

Gertrud Burger
Bereichsleiterin Pflanzen, Mitglied der Geschäftsleitung
Telefon +41 61 545 99 26